Die Turnierberichte

Dynamo Dresden holt sich den 32. Schnieke-Pokal

FCC wird in Endspiel auf Augenhöhe Zweiter

Gewinner der 32. Auflage des Internationalen Karl-Schnieke-Turnieres wurde die SG Dynamo Dresden, die im Finale gegen den FCC knapp die Oberhand behielt.

Im wiederholt hochkarätig und international besetzten Karl-Schnieke-Turniers bekamen es die C1-Junioren des FC Carl Zeiss Jena in ihrer Gruppe mit den Vertretungen von Eintracht Braunschweig, Chemnitzer FC, FC Augsburg, FC Rot-Weiß Erfurt, Gornik Zabrze und Bohemians Prag zu tun.

Nach dem ersten Tag lag der FCC souverän auf Platz 1 der Tabelle Gruppe A - ungeschlagen, verlustpunktfrei und mit einer deutlichen 6:0 Ansage im Derby. Und auch am zweiten Tag sich das Team diese Position, so dass man als Gruppenerster das Halbfinale erreichte. In dem traf der FCC auf den Zweiten der Gruppe B, den TSV 1860 München, und konnte sich gegen die Löwen knapp aber verdient mit 3:2 durchsetzen.

Im Finale wartete auf den FCC die SG Dynamo Dresden, die sich in ihrem Halbfinale ebenfalls knapp mit 2:1 gegen Eintracht Braunschweig durchsetzte. Das auf Augenhöhe geführte Endspiel zwischen unserem FCC und der SG Dynamo Dresden ging dann denkbar knapp mit 0:1 für die Blaugelbweißen verloren, die dennoch stolz auf das Geleistete sein dürfen.

Unter dem Strich war es wiederholt eine tolle Veranstaltung, die sportlich auf einem hohen Niveau und zu jederzeit fair und hervooragend im Umgang zwischen allen Vereinsteilnehmer bei bester Organisation durchgeführt wurde. Und das sehr zur Freude der vielen Zuschauer in der besonders am Sonntag sehr gut besuchten werner-Seelenbinder-Halle in Jena-Lobeda.


Erste Teilnahme, erster Sieg: Die „Jungen Wölfe“ gewinnen Karl-Schnieke-Gedenkturnier

Jena-Lobeda-West. Die Spannung in der Halle ist deutlich spürbar: Jede Aktion auf dem Spielfeld wird von emotionalen Ausbrüchen begleitet - Jubel, Empörung. Schrecksekunden folgen Freudensprüngen; Freudensprüngen wiederum Schrecksekunden. Kurzum: Ein Fußballspiel, wie es sein soll – Gänsehautatmosphäre! Im packenden Endspiel des 31. internationalen Karl-Schnieke-Gedenkturnieres stehen sich Turnierneuling VfL Wolfsburg und Gastgeber FC Carl Zeiss Jena I gegenüber. In der vierten Spielminute zimmert Jenas Jeremy Meinhardt einen wuchtigen Schuss an die Latte, ehe er im zweiten Anlauf nur Sekunden später zur Führung trifft. Wolfsburg drängt auf den Ausgleich: In der sechsten Spielminute platziert Mark Thompson schließlich einen Distanzschuss von der linken Außenbahn unhaltbar für Torhüter Maximus Babke hoch im langen Eck. „Traumtor“, ruft Hallensprecher Ralf Eismann. Danach bringt Aydin Becovic die Wolfsburger mit seinem achten Turniertor gar in Führung. Jena findet die passende Antwort: Shadab Shojai setzt per Freistoß Milan Dörr in Szene, der das Spielgerät ins Tor drischt. Im direkten Gegenzug jedoch – die Uhr zeigt noch 3:21 Minute an –  ist es abermals Aydin Becovic, der Wolfsburg in Führung bringt. Jena kämpft. Getragen von den unermüdlichen Anfeuerungsrufen verwandelt Benjamin Zank in der Schlussminute ein hohes Zuspiel per Kopf zum 3:3-Ausgleich. Die Entscheidung folgt im Neun-Meter-Schießen: Im ersten Durchgang treffen alle Schützen: Shadab Shojai, Josia Walther und Milan Dörr für Jena sowie Jannick Wolter, Aydin Becovic und Thomas Isaiah für Wolfsburg. Im zweiten Durchgang trifft Wolfsburg, Jena verschießt. Jubel auf der einen, Tränen auf der anderen Seite. Bei ihrer ersten Turnierteilnahme in Jena erobern die Niedersachsen den begehrten Wanderpokal. „Das Ding gleich bei unserer ersten Teilnahme zu gewinnen, ist ein ein toller Erfolg“, sagte Dirk Stammann, U14-Cheftrainer des VfL. Im Laufe Turniers habe sich seine Mannschaft gefunden und im „stimmungsvollen Finale“ eben jenes Glück gehabt, das es brauche, ein solches Turnier im Neunmeter-Schießen zu gewinnen. Dass am Ende der „rundum gelungenen Veranstaltung“ die Jenaer Fußball-Legende Bernd Schneider höchstselbst die Sieger ehrte, imponiert Stammann. „Das ist ein klasse Erlebnis für die Jungs“, sagt der gebürtige Schweriner. Sein Gegenüber, Jenas U14-Cheftrainer Jörg Fleischer, zieht trotz der Endspiel-Niederlage eine positive Bilanz: „Wir sind jetzt zum Schluss total zufrieden mit dem zweiten Platz“, sagt er. Sein Dank richtete Fleischer insbesondere an seine Kollegen im Trainerteam: „Heiko Schwolow, mein Sohn Robin und Christian Puta haben super Arbeit geleistet!“ Nach der Niederlage zu Turnierbeginn gegen Greuther Fürth, hatte die Jenaer „Erste“ ihre Leistung stetig steigern können und mit dem überragenden 5:1-Sieg gegen den Chemnitzer FC zum Abschluss des ersten Tages sodann den Grundstein für den Erfolg am Sonntag gelegt. „Wir sind eigentlich keine Hallenmannschaft“, sagt Jörg Fleischer. Aber es sei gut zu erkennen gewesen, was möglich sei, wenn sich die Jungs dann einmal hochkonzentriert im „Tunnel“ befänden. „Halle ist wie Schach – du musst Geduld haben“, sagt Fleischer.

Das Halbfinale gewann Jena gegen die bis dahin ungeschlagene SG Dynamo Dresden nach Neunmeter-Schießen mit 4:3. Am Ende der regulären Spielzeit hatte es nach Toren von Jenas Benjamin Zank (1. Minute) und Dresdens Justin Bulang (9. Minute) 1:1-Unentschieden gestanden. Im zweiten Halbfinale feierte Wolfsburg einen 3:2-Sieg gegen Greuther Fürth. Im Spiel um Platz drei unterlagen die Sachsen den Franken dann mit 1:2. Enes Keskin hatte Fürth in Führung geschossen, Jamy Kroll erzielte im Gegenzug den Ausgleich für Dresden. Den Siegtreffer erzielte Fürths Kenan Aydin in der Schlussminute. Als viertplatzierte Mannschaft der Gruppe B spielte der FC Carl Zeiss Jena II in der Entscheidungsrunde gegen den 1. FC Union Berlin um den siebten Platz. Die Berliner waren durch einen Doppelschlag von Bülent Öztürk in Führung gegangen. Nach dem Anschlusstreffer von Jenas Vincent Miclo, stellte Bülent Öztürk zunächst den bisherigen Abstand wieder her. Binnen zehn Sekunden schaffte Jena II die Sensation: Unter den unermüdlichen „Auf geht’s Jena - kämpfen und siegen!“-Rufen der U11-Junioren glichen Yannek Hofmann und Sascha Winefeld das Spiel aus. Anschließend nutze Union jedoch eine kurzzeitige Überzahl-Situation aus und  Mathis Bruns erzielte den 4:3-Siegtreffer für die Gäste aus Köpenick.

Übrigens: In der letzten Partie am Samstag hatte sich Jenas „Zweite“ im Vorrunden-Duell mit der SG Dynamo Dresden das „Spiel des Tages“ geliefert. Bis zur 12. Spielminute führte Jena II in der hart umkämpften Partie mit 2:1, ehe Dresden in der Schlussminute zunächst ausglich und mit Schlusssignal sogar den 3:2-Siegtreffer erzielte. „Das war ein überragendes Spiel“, sagte Trainer Jörg Fleischer. Als die Jungs um Mitspielerin Michelle Smyla – das einzige Mädchen im Turnier – innerhalb einer Minute zwei Tore einfingen, habe er eine Träne im Auge gehabt. „Sie haben mir Leid getan, aber werden es mitnehmen und daran wachsen“, sagt Fleischer.

In der abschließenden Ehrungszeremonie werden neben den Urkunden und Pokalen für die Mannschaften, auch die besten Einzelspieler ausgezeichnet.
Bester Torschütze: Aydin Becovic (VfL Wolfsburg). Bester Spieler: Jannick Wolter (VfL Wolfsburg). Die vom „Supporters Trust Jena“ gestifteten Ehrenpreise für den besten Torhüter und den besten Techniker gehen diesmal nach Augsburg und Dresden. Bernd Schneider zeichnete Jonas Oehmichen (SG Dynamo Dresden) mit dem „Bernd-Schneider-Pokal“ als besten Techniker aus; Gunner Enke übergab den „Robert-Enke-Pokal“ für den besten Torhüter an Andy Wick (FC Augsburg).

Das Endergebnis im Überblick:

1. VfL Wolfsburg
2. FC Carl Zeiss Jena I
3. SpVgg Greuther Fürth
4. SG Dynamo Dresden
5. Hertha BSC
6. Chemnitzer FC
7. 1. FC Union Berlin
8. FC Carl Zeiss Jena II
9. FC Augsburg
10. FC Rot-Weiß Erfurt
11. FC Erzgebirge Aue
12. CS Viitorul Cluj (Rumänien)
13. Jupie Banska Bystrica (Slowakei)
14. KS Gornik Zabrze (Polen).

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