Drei Fragen an Miriam Schwägerl zum Thema Physiotherapie im NWLZ

06.05.2021

Weiter geht´s mit unserem Blick hinter die Kulissen des FCC-Nachwuchs mit Miriam Schwägerl, die erst seit Ende des vergangenen Jahres als Physiotherapeutin im Nachwuchsleistungszentrum begonnen hat

Wie hast du dich in Jena und beim FCC eingelebt?

Ich habe am 1. November hier in Jena angefangen, hatte eine Woche „normale“ Arbeit, dann kam direkt der Lockdown und damit verbunden die Kurzarbeit. Trotz der aktuellen Umstände habe ich mich aber sehr gut eingelebt und habe es nie bereut, den Schritt in das NWLZ des FCC gemacht zu haben. Ich wollte schon immer aus der klassischen Praxis raus in den Sportbereich und bin in der aktuellen Situation froh, mit Menschen arbeiten zu dürfen.

Im Verein und ich Jena sind alle sehr offen und hilfsbereit, ich habe schnell Anschluss gefunden und habe mich zu keiner Zeit allein gelassen gefühlt. Deshalb blicke ich positiv in die Zukunft und freue mich auf bessere Zeiten, in denen auch im Nachwuchsfußball wieder etwas Normalität einkehrt.

Welche Fähigkeiten sollte man als Physiotherapeut/in im Nachwuchsfußball mitbringen?

Am wichtigsten ist meiner Meinung nach Flexibilität und Spontanität. Im Sportbereich zu arbeiten muss man wollen, denn für die speziellen Anforderungen ist nicht jeder gemacht. Natürlich bildet die Physio-Ausbildung die Basis und liefert das physiotherapeutische Handwerkszeug. Darüber hinaus sind im Sportbereich spezifische Fortbildungen, wie z.B. für das Tapen unerlässlich. Außerdem spielt auch die soziale Komponente eine wichtige Rolle. Mir macht die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen viel Spaß und ich versuche, einen offenen und vertrauensvollen Umgang zu pflegen, ohne dabei die Grenze zwischen Patient und Therapeut zu missachten. Wichtig ist auch, die Altersunterschiede zu beachten, denn einen Spieler aus der U14 muss ich beispielsweise anders behandeln als einen Spieler aus der U21.

Was unterscheidet den Bereich Physiotherapie im Fußball von der klassischen Praxis?

Wie bereits angesprochen ist die Flexibilität ein großer Unterschied. In der Praxis hat man von Montag bis Freitag seine festen Arbeitszeiten und behandelt im 20-Minuten-Takt die Patienten. Hier bin ich quasi meine eigene Chefin und kann flexibel die Termine legen. Da wir hier keine Rezepte benötigen, habe ich keinen Zeitdruck und kann viel entspannter auf die individuellen Bedürfnisse der Spieler eingehen. Ich kann mir für jeden Einzelnen so viel Zeit nehmen wie nötig.

Ein weiterer Unterschied sind die Art der Verletzungen, die behandelt werden. In der Praxis geht es eher um langfristigere Geschichten, während im Fußball viel mehr akute Fälle auftreten. Hier muss dann schnell gehandelt werden, damit der Spieler möglichst schnell wieder fit wird und wieder auf den Platz zurückkann. Natürlich ist auch die Zielgruppe eine andere, denn in der Praxis ist der Altersschnitt schon recht hoch und hier im NWLZ arbeite ich jetzt nur noch mit Kindern und jungen Erwachsenen.

Generell hat die Praxis sicher auch Vorteile, wenn man eine geregelte Arbeitswoche bevorzugt. Ich kann mich aber mehr mit der flexiblen Arbeit im Fußballbereich identifizieren und nehme dafür auch gern mal eine Wochenendschicht zum Spieltag in Kauf.

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